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Home Gesundheit

Urlaub fürs Gehirn – warum Bewegung immer noch das beste Gehirnjogging ist

8. Dezember 2021
Lesedauer: ungefähr 6 Minuten
Urlaub fürs Gehirn – warum Bewegung immer noch das beste Gehirnjogging ist
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Maßnahmen, welche Du unternehmen kannst, um Deine eigene Gehirnleistung zu steigern, gibt es wie Sand am mehr. Sei es die App auf dem Handy, eine bestimmte Art der Ernährung oder spezielle Nahrungsergänzungsmittel aus dem Internet, die alle dasselbe Versprechen – bessere Konzentration, verbesserte Gedächtnisleistung und, und, und… Dabei geht es auch viel günstiger, und zwar mit Bewegung. So wollen Forscher des BRAiN Lab der Colorado State University jetzt herausgefunden haben, dass wir durch Bewegung bestimmte Bereiche in unserem Gehirn vor dem Verfall schützen können.

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Die weiße Substanz in unserem Gehirn

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Das Gebilde unseres Gehirns wird von Wissenschaftlern in zwei grundlegende Gewebetypen unterteilt – die graue Substanz, welche aus Milliarden von Neuronen besteht und eine dünne Schicht auf der Hirnoberfläche bildet und die weiße Substanz, die sich aus millionenfachen Verbindungen dieser neuronalen Zellen zusammensetzt.

Diese sogenannte „oberflächliche weiße Substanz“ in unserem Gehirn hat den Wissenschaftlern bisher Kopfschmerzen bereitet, da sie nicht genau wussten, wie genau sich die Grenzfläche zwischen der weißen und grauen Substanz zusammensetzt. Frühere Untersuchungen jedoch weisen darauf hin, dass genau jene weiße Substanz unter anderem mit dem Auftreten von schwerwiegenden Krankheiten wie etwa Alzheimer oder Autismus zusammenhängt.

So gehen die Forscher davon aus, dass Leukenzephalopathien also jene seltenen Erkrankungen, bei denen es zu Störungen im Aufbau oder im Erhalt der weißen Substanz des zentralen Nervensystems (ZNS) kommt, sowohl genetischen als auch erworbenen Ursachen zugrunde liegen könnten. Prof. Dr. Gabriel Krestin, Direktor des Instituts für Radiologie Erasmus Universität Rotterdam, NL etwa hatte während seiner Untersuchungen festgestellt, dass die Vorstellung eines Gehirns, welches im Alter seine Leistung nun mal abbaut, eine Falsche ist.

In der Vergangenheit wurde der Begriff „altersgerecht“ benutzt, um viele Veränderungen dem Alterungsprozess zuzuschreiben. Die Veränderungen, die wir mit dem Vorgang des Alterns in Verbindung brachten, sind aber durch symptomatische und manchmal präklinische oder asymptomatische Krankheiten bedingt. Altern ist kein sogenannter normaler Prozess. So etwas wie ein normales Altern des Gehirns gibt es nicht. Es ist eben nicht „normal“, dass man die Gehirnfunktion mit zunehmendem Alter verliert oder diese Funktionen nachlassen und das Gehirn in Folge senil wird.

Prof. Dr. Gabriel Krestin

Laut Prof. Dr. Gabriel Krestin würden vor allem externe Faktoren, also generelle Risikofaktoren, andere zugrunde liegende Erkrankungen und möglicherweise auch genetische Veranlagungen der Grund für altersbedingte Erkrankungen wie Demenz oder Alzheimer sein.

„Aber es ist nicht unbedingt die Anzahl der Jahre, die man gelebt hat, die zu diesen Veränderungen führen.“

Prof. Dr. Gabriel Krestin
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Der Schlüssel für ein gesundes Gehirn liegt in unserer Lebenseinstellung

Es sind aber nicht nur die altersbedingten Einschränkungen unseres Gehirns, die uns im Laufe unseres Lebens den Alltag erschweren. Auch junge Leute klagen über eine geringere Gehirnleistung. Das heißt: Mangelnde Konzentration, ein schlechtes Gedächtnis, Müdigkeit usw. US-Forschende haben nun allerdings herausgefunden, dass es ganz einfach sein kann, diese Fähigkeiten wieder aufzubauen und vor dem Verfall zu schützen. So sollen etwa die Bewegungsabläufe, die mit Tanzen oder Spazierengehen verbunden sind, dazu führen, genau jene Hirnbereiche, die für die Gedächtnisleistung und das Erinnerungsvermögen zuständig sind, vor dem Verfall zu schützen.

Die Studie mit dem Namen „White matter plasticity in healthy older adults: The effects of aerobic exercise“ wurde dieses Jahr im Fachmagazin „NeuroImage“ veröffentlicht. Hierfür wurden unter der Leitung von Dr. Aga Burzynska 180 Männer und Frauen mittleren Alters untersucht, die sich vergleichsweise wenig bewegten. Nach Zufallsprinzip wurden die Probanden in drei Gruppen aufgeteilt, die sich über einen Zeitraum von sechs Monaten dreimal die Woche trafen. Die eine Gruppe spazierte im Zuge dieses Treffens für etwa 40 Minuten, während die andere Gruppe einen Tanzkurs belegte, welcher über den Zeitraum immer intensiver wurde.

Die dritte Gruppe hingegen beschränkte sich auf Gleichgewichts- und Dehnungsübungen, die absichtlich darauf abzielten, ihre Herzfrequenz niedrig zu halten. Anschließend wurde mithilfe von MRT-Scans und kognitiven, kardiorespiratorischen Tests gemessen, wie sich die jeweilige Trainingsform auf das Gehirn auswirkte.

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Das Ergebnis:

Im Zuge der Untersuchungen fanden die Forscher heraus, dass die weiße Substanz bei den Personen in der Geh- und Tanzgruppe vermehrt vorkam, insbesondere in Bereichen, die eine Rolle für das Gedächtnis spielen. Bei der Gruppe, die spazieren ging, trat eine Verbesserung des Gedächtnisses ein, während die Personen sich sogar besser an bestimmte Begebenheiten aus ihrem Leben erinnern konnten. Die Gruppe mit den Balance- und Dehnübungen wiesen keine großartigen Vorteile für das Gehirn auf, sondern eher einen Rückgang der weißen Substanz.

Wir haben es selbst in der Hand

Allgemein wird die weiße Substanz in unserem Gehirn als passives Gehirngewebe angesehen, welches gegenüber seiner aktiven, grauen Substanz eher in den Hintergrund tritt. Dennoch ist diese „passive“ Substanz enorm wichtig für alle Gehirnprozesse, die mit dem Lernen zu tun haben. So wirken sich Störungen in diesem Bereich des Gehirns negativ auf unsere geistige Leistungsfähigkeit und somit auch unser Wohlbefinden aus. Baut sich die weiße Substanz aufgrund zu weniger Bewegung im Laufe des Lebens ab, sind vor allem Konzentrationsschwierigkeiten und Gedächtnisverlust die Folge.

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Aus diesem Grund stecken die Wissenschaftler viel Zeit und Energie in die Forschung, um herauszufinden, wie genau die weiße Substanz funktioniert und wie wir sie am besten erhalten können. Die Wissenschaftler sehen in diesem Bereich auch die Antwort auf „altersbedingte“ Krankheiten wie etwa Alzheimer oder die Demenzerkrankung. Laut den Forschungen liegt es jedoch in unserer Hand, den Verlust der weißen Substanz aufzuhalten. Denn immer mehr Studien deuten darauf hin, dass Ausdauertraining oder sanfte Bewegung einen enormen Einfluss auf den Aufbau der weißen Substanz haben.

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Quellenangaben zu diesem Beitrag:
  • sciencedirect.com
  • cbs.mpg.de
  • healthcare-in-europe.com
  • fitbook.de
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Ramona Gröhling
Ich bin die redaktionelle Schriftfee, die für spannende Inhalte bei Allversum sorgt. Ich selbst beschäftige mich mit dem Thema Bewusstseinsentwicklung, seit ich damals das Nest verlassen und auf Reisen gegangen bin. Meiner Meinung nach können wir die Welt nur dann verändern, wenn wir als ersten Schritt anfangen, uns selbst und unsere eigenen Werte zu hinterfragen. Auch unser Verhalten anderen Gegenüber sollte regelmäßig reflektiert werden. Nur so können wir als gutes Beispiel vorangehen, und unsere Umgebung zum Guten verändern. Bewusstsein wächst in mir und die Früchte werden geteilt.
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Tags: ForscherGesellschaftGesundheitKörperKrankheitLebenPsycheWissenWissenschaft
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